Artikel über unseren Neubau in der Zeitschrift „Bauen 2017“

AUTOHAUS VETTER, PRESSIG / KRONACH / LUDWIGSSTADT / ROTHENKIRCHEN

Regionaler „Service-Laster“ Fotos: Borgers Süd GmbH, Dieter Radl Maßgeschneidert für seinen regionalen Markt hat das Autohaus Vetter in Kronach ein neues Skoda-Autohaus inkl. Servicewerkstatt für VW, Audi, Seat und VW Nfz realisiert.

Verlässt man Kronach auf der B85, Richtung Norden, steht dort seit, wenigen Monaten ein, schmucker,, neuer Skoda-Betrieb, der etwas aus dem, Rahmen des Üblichen fällt: An einen, kompakten, Showroom mit grün leuchtender, Skoda-CI und auffälliger Communication-, Wall schließt, sich ein lang gestreckter, Service-, Trakt mit drei Dialogannahme-Toren, und vier quadratischen Logos an, die, signalisieren, dass es hier auch den Service, für VW, Audi, Seat und VW Nutzfahrzeuge, gibt. „Unsere Entscheidung, den alten, beengten, Standort in der Innenstadt, aufzugeben, und am Stadtrand von Kronach für, Skoda neu zu bauen, war gekoppelt mit der Überzeugung, dass an diesem Standort nur, ein servicelastiges Autohaus-Format, betriebswirtschaftlich, Sinn macht“, berichtet, Geschäftsführer Otto Büttner-Vetter. Und, servicelastig bzw. wie ein „Service-Laster“, sieht das neue Autohaus in der Tat auch, aus: vorne als, „Zugmaschine“ der Skoda-, Showroom, an den ein lang gezogener, „Service-Auflieger“ auf ganz besondere Weise angekuppelt ist, dazu gleich mehr.

Blick in die transparente Dialogannahme …

Das vernünftige Format Das 1924 in Pressig (heute noch Hauptsitz, der insgesamt vier Standorte) von Max Vetter, gegründete Unternehmen ist seit 1998, auch in Kronach vertreten. „Unsere gepachtete, Innenstadt-Immobilie hatte nicht das Potenzial für einen modernen, , kundenorientierten Autohaus-Betrieb, der, Platzmangel verhinderte zudem ein professionelles, GW-Geschäft, vor allem mit, jungen Gebrauchten“, erinnert sich Otto, Büttner-Vetter. Bereits 2007 hatte man deshalb, von der Stadt das 12.000 m2 große, Grundstück direkt am Ortsrand an der B85, erworben. Nachdem 2014 die, Entscheidung, für den Neubau gefallen war, fand, man den passenden Autohaus-Baupartner, schnell und ohne GU-Ausschreibung in, der Firma Borgers auf Basis von Kollegen- Referenzen und der Lektüre von Fachzeitschriften.

 

… und auf die KD-Annahmeschreibtische neben der Dialogannahme.

Das Kronacher Architekturbüro Müller brachte lokale Expertise mit ein. Für Planung und Einrichtung des Servicebereichs aktivierte der Bauherr zudem den Erfahrungsschatz und die Ideen von „Service- Papst“ Rudi Kunkel und dessen Firma Göhler Anlagentechnik. Das konstruktive Zusammenspiel der Baupartner war wesentlicher Grund dafür, dass das Bauprojekt planmäßig und reibungslos realisiert werden konnte. Die vorliegende Grundplanung der Skoda Bauberatung musste mit dem Grundstück, dem Standort und den konzeptionellen Überlegungen des Bauherrn in Einklang gebracht werden. Borgers-Experte Lothar Israel skizziert die wesentlichen Punkte dabei: „Es ging erstens darum, das individuelle Service-Konzept für die fünf Marken zu entwickeln und zu integrieren. Zweitens musste die Gebäude- und Wegeplanung im Interesse kurzer Weg und effizienter Prozesse für das Grundstück erfolgen. Drittens war beim Raumprogramm zu berücksichtigen, dass die Hauptverwaltung in Pressig sitzt und hier entsprechend weniger Kapazität benötig wird. Viertens sollte die Anmutung des Autohauses in die Region passen, ein ordentlicher Standard war also gefragt, aber kein Prunkbau.“ Genau so präsentiert sich heute der Showroom: im Zentrum der hellen Ausstellung der praktisch-quadratische Kundenempfang, helle Fliesen, offene Verkäuferarbeitsplätze, luftige Präsentation der Fahrzeuge, ein kleines Galeriegeschoss, dezente LEDStrahler, eine hinter Glas separierte Fahrzeug- Auslieferung. Auf eine abgehängte Decke hat man hier aus Kostengründen verzichtet, ebenso auf die Installation einer Logo-Wall an der südlichen Außenwand. Auch ein zweites Galeriegeschoss hat man sich in Kronach gespart, und das nicht nur aus Kostengründen.

Die 450 m2 große Skoda Ausstellung mit zentralem Empfang und Galerie
Hell und transparent ist auch die 1.470 m2 große Werkstatt

Werkstatt-Transparenz Die zweite Galerie hätte sich nämlich entlang der Wand erstreckt, hinter der die Dialogannahme liegt, und so die gewünschte Transparenz beeinträchtigt. „Was wir im Servicebereich unbedingt wollten, war Transparenz für Kunden und für Mitarbeiter“, erläutert Eva Vetter, die Tochter von Otto Büttner-Vetter, die derzeit Betriebswirtschaft studiert und demnächst im elterlichen Unternehmen aktiv wird. „Deshalb haben wir Showroom und Dialogannahme mit einer regelrechten Glasfassade verbunden, und das Prinzip Transparenz setzt sich dann in die Werkstatt fort.“ Dass diese Transparenz zu vertretbaren Kosten herstellbar war, beruhte auch auf einer vorausschauenden Planung, wie Lothar Israel erläutert: „Es war wichtig, dass der Brandabschnitt zwischen Werkstatt und Dialogannahme verläuft und nicht zwischen Showroom und Dialogannahme, denn die jetzt mit Normalglas realisierte Transparenz wäre mit Brandschutzglas nicht bezahlbar gewesen.“Das Ergebnis ist beeindruckend: Der von außen durch die dunkle Fassade relativ verschlossen wirkende Werkstatttrakt verwandelt sich bei Einfahrt in die Dialogannahme in einen lichten Schau-Raum, der dem Rundumblick erlaubt, all das zu erfassen, was mit einem Auto in einem Autohaus geschieht. Die Serviceberater sitzen an ihren Schreibtischen Aug in Aug mit den drei Dialogannahme-Hebebühnen, nur durch eine Glaswand/-tür von ihnen getrennt. Die Werkstatt selbst ist dank großer Zentraltore, Dachreiter, LED-Ausleuchtung und hellem Rüttelklinkerboden ausgesprochen hell, es gibt kommunikative Blickachsen, gleichwohl sind die weniger schönen Anblicke einer Werkstatt (Aggregateraum, Ausbauteile, Putzmaschinen etc.) optisch geschickt in Nischen und Nebenräumen versteckt. Natürlich hat man hier im Neubau neben insgesamt 13 Arbeitsplätzen auch einen Arbeitsplatz für den neuen Crafter realisiert. Zudem gibt es einen separaten Technikraum, in dem speziell Achsvermessungen, Arbeiten an Assistenzsystemen etc. konzentriert durchgeführt werden können. Eine Wasch- und eine Pflegehalle sowie das zweigeschossige Lager mit Nebenräumen und die Sozialräume runden das Raumprogramm im Servicebereich ab.

 

Stolz auf ihren „Service-Laster“ (v.l.): Otto Büttner-Vetter, Eva Vetter und Lothar Israel von der Firma Borgers

Transparenz und Teamgeist Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, all die vielen in Kronach realisierten Ideen detailliert zu schildern, von der Systematik der Spezialwerkzeug-Lagerung über die Nachtannahme mit Schlüsseltresor bis hin zur Ölversorgung und Rädereinlagerung. Ein Generalthema wird beim Betriebsrundgang aber deutlich: Die Transparenz ist hier kein Selbstzweck, sondern in Richtung Kunde Vertrauensbilder, in Richtung Mitarbeiter Teambilder. „Wir haben uns ganz bewusst für eine transparente Zentralwerkstatt und gegen eine Boxenlösung entschieden, weil wir eine Arbeitsumgebung haben wollten, die das Miteinander und den Teamgeist fördert“, erläutert Otto Büttner-Vetter. Dass das gelingt, zeigt nicht zuletzt die Auszeichnung für hervorragende Leistungen im Service durch den Volkswagen Service Deutschland, über die das Autohaus Vetter sich im Mai 2017 freuen konnte. Dieter Radl ■